Schule Punktum
Pädagogische Impulse
Funkelzeit
Einmal im Monat erhält jedes Kind während der «Funkelzeit» Raum für ein persönliches Gespräch. Gemeinsam blicken wir auf das aktuelle Befinden, besondere Erfolge und herausfordernde Situationen. Dabei stehen die Stärken, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes im Mittelpunkt.
Ein ausgewählter Funkelstein begleitet das Kind durch fünf Schritte:
1. Mein Funkelgefühl: Wie geht es mir gerade?
2. Mein Funkelschatz: Was ist mir gelungen? Worauf bin ich stolz?
3. Meine Funkelwolke: Was war für mich nicht leicht?
4. Mein Funkelziel: Was möchte ich bis zum nächsten Gespräch ausprobieren?
5. Mein Funkelschritt: Was oder wer hilft mir dabei?
Auch kleine Fortschritte werden bewusst wahrgenommen und gewürdigt. Dabei zählen nicht nur schulische Leistungen, sondern ebenso Selbstständigkeit, Mut, Emotionsregulation, Kommunikation und soziales Verhalten. Herausfordernde Situationen betrachten wir ohne Bewertung und im Sinne des «guten Grundes». Gemeinsam überlegen wir, was hinter einem Verhalten stehen könnte und was das Kind, die Erwachsenen oder die Umgebung verändern können. Am Ende wählt das Kind ein kleines, erreichbares Ziel und passende Unterstützungsm.glichkeiten aus. Das Ziel wird sichtbar festgehalten und bei der nächsten Funkelzeit wieder aufgegriffen. So wird das Kind aktiv an seiner Förderplanung beteiligt und erlebt: Ich kenne meine Stärken. Ich darf Unterstützung annehmen. Ich kann meinen nächsten Entwicklungsschritt mitgestalten.
Funkelzeitt Schritte Karten
Die Mutmurmel auf Reisen
Gemeinsam betrachteten wir das Bilderbuch «Die Mutmurmel». Die Geschichte regte dazu an, über Mut nachzudenken: Wann brauche ich Mut? Was hilft mir, wenn ich unsicher bin? Und wie fühlt es sich an, wenn ich etwas Neues wage?
Anschliessend bauten die Kinder eigene Kugelbahnen. Sie planten, probierten verschiedene Möglichkeiten aus und veränderten ihre Konstruktionen, wenn die Murmel noch nicht wie gewünscht rollte. Dabei waren Geduld, Ausdauer und kreative Ideen gefragt. Die Kinder unterstützten sich gegenseitig und zeigten einander stolz ihre entstandenen Kugelbahnen.
So wurde die Mutmurmel ganz praktisch erlebbar: Neues ausprobieren, nach einer Schwierigkeit nochmals beginnen und darauf vertrauen, eine eigene Lösung zu finden.
Banking Time – unsere «Mitenandziit»
Beziehung schafft Sicherheit. Sicherheit ermöglicht Entwicklung. Entwicklung macht Lernen möglich.
Deshalb erhalten die Kinder an der Schule Punktum regelmässig eine besondere Einzelzeit mit einer vertrauten Bezugsperson. Wir nennen diese Zeit «Mitenandziit». Sie orientiert sich am pädagogischen Ansatz der Banking Time. Während der Mitenandziit bestimmt das Kind, womit es sich beschäftigen möchte. Gemeinsam spielen, bauen, zeichnen, ein Buch anschauen oder miteinander sprechen – die erwachsene Person folgt den Interessen des Kindes und schenkt ihm ungeteilte Aufmerksamkeit. Es gibt keine schulischen Anforderungen, keine Bewertung und keine Korrekturen. Im Mittelpunkt steht die Botschaft: «Ich sehe dich. Du bist mir wichtig. Ich verbringe gerne Zeit mit dir.» Durch wiederkehrende positive Begegnungen entsteht ein «Beziehungsguthaben». Dieses stärkt das Vertrauen und trägt auch dann, wenn Situationen schwierig werden. Kinder können Unterstützung leichter annehmen, lassen sich besser begleiten und finden nach Belastungen eher wieder in die Sicherheit und ins Lernen zurück.
Die Mitenandziit ist keine Belohnung für angepasstes Verhalten. Sie steht dem Kind unabhängig von seiner Leistung und seinem Verhalten zur Verfügung. Gerade Kinder, denen es schwerfällt, Vertrauen aufzubauen oder Nähe zuzulassen, benötigen verlässliche Erfahrungen mit Erwachsenen, die aufmerksam, zugewandt und beständig an ihrer Seite bleiben. Banking Time ist ein Bestandteil unseres Konzepts BeziehungPlus. Gleichzeitig gestalten wir Beziehung während des gesamten Schultages bewusst – beim Ankommen, im Unterricht, in Übergängen, beim gemeinsamen Essen und beim Verabschieden.
Bus fahren
Gemeinsam bereiteten wir die Kinder auf die Busfahrten vor. Mithilfe einer Social Story besprachen wir, wer wo sitzt, welche Regeln während der Fahrt gelten und was den Kindern Sicherheit gibt. Die Kinder überlegten, woran sie merken, dass sie gestresst sind, und lernten konkrete Handlungsmöglichkeiten kennen: Kopfhörer verwenden, ruhig atmen, einen vertrauten Gegenstand halten, Abstand nehmen oder die Begleitperson um Hilfe bitten. Klare Sitzplätze, wiederkehrende Abläufe und individuelle Strategien unterstützen eine möglichst ruhige und sichere Busfahrt.
Förderplan
Die meisten ersten Standortgespräche entlang der Entwicklungs- und Bildungsziele auf Grundlage der SAV-Berichte haben bereits stattgefunden. In einem konstruktiven Austausch haben sich Eltern und Schule über die individuellen Fortschritte der Kinder verständigt und gemeinsam Ziele definiert. Dabei wurde besprochen, wie diese für das Kind bedeutsamen Ziele nachhaltig erreicht werden können.